Zur historischen Bedeutung der weltweiten Pfingstbewegung

Die klassische Pfingstbewegung breitet sich weltweit ungewöhnlich stark aus und geht auf eine Erweckung unter Afroamerikanern zurück (1906). Die World Christian Encyclopedia rechnet der pfingstlich-charismatischen Bewegung weltweit mittlerweile 523.767.390 Angehörige zu.

Die Pfingstbewegung engagierte sich gegen soziale Ausgrenzungen und ungerechte soziale Normen. So wurde die Pfingstbewegung auf der Weltmissionskonferenz des World Council of Churches (WCC) in Athen (2005) als eine Religion der Armen und Unterdrückten, für die Diskriminierung, Armut und Krankheit Teil des Lebens sind, erörtert: Die befreiende Wirkung der Pfingstbewegung von sozialen, ökonomischen und ethnischen Begrenzungen zu einem Miteinander hat breite Wirkung (Befreiung durch Integration).

Pfingstchristen betonen im Allgemeinen:

1. Die Notwendigkeit einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus als Retter und Herrn.

2. Das Rechnen mit der Kraft und den Gaben des Heiligen Geistes sowohl im Gottesdienst als auch im Alltag und der Glaube an eine besondere Erfahrung des Heiligen Geistes, die zu einem charakterreifen, nächstenliebenden und für Gott engagierten Dienst führt.

 

 

Zur Gründung der ersten Pfingstgemeinden in Österreich

Die ersten Pfingstgemeinden in Österreich entstanden ab 1919 in Wien im Zuge des sozial-diakonischen Dienstes der schwedischen Baronin Elisabeth Phil, als ein Team aus der Pfingstgemeinde Stockholm an die hungernde Nachkriegsbevölkerung Lebensmittel und Kleidung verteilte.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Pfingstgemeinde verboten. In der Nachkriegszeit musste die Pfingstbewegung durch deutsche Flüchtlinge aus Jugoslawien in Zusammenarbeit mit den übrig gebliebenen österreichischen Pfingstlern neu gegründet werden. In Salzburg traf man sich in Flüchtlingsbaracken; erhielt aber auch Unterkunft in der Altkatholischen Kirche.

Offiziell entstand die erste Pfingstgemeinde im Land Salzburg 1928. Am 11. September 1955 fand die Einweihung des ersten Salzburger Gemeindehauses statt. Heute ist die Pfingstgemeinde Salzburg in der Vogelweiderstrasse 78 beheimatet. Der langjährige Gemeindeleiter Nikolaus Betschel erhielt das Pro "Caritate-Abzeichen des Landes Salzburg" für sein soziales Engagement als Pastor der Pfingstgemeinde. Er bezieht die Auszeichnung demütig nicht auf sich selbst, sondern „als Anerkennung dafür, dass wir zusammen dieses Werk zur Ehre Gottes vollbringen konnten“ (Betschel 1993:148). Pastor Edwin Jung, ebenfalls langjähriger Gemeindeleiter der Salzburger Pfingstgemeinde, engagiert sich im Bereich der Entwicklungshilfe durch AMPULS-Entwicklungshilfe und Aktion für verfolgte Christen und Notleidende. Im Dialog mit anderen Kirchen in Salzburg will die Pfingstgemeinde ein „Klima des Respekts und gegenseitigen Verständnisses“ fördern.